Sexspielzeug im Test

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Das beste Gleitgel: Unterschiede der Gleitmittel im Test

Gleitmittel werden seit Tausenden von Jahren benutzt. In unserem heutigen Artikel möchten wir euch anhand unserer Erfahrungen mit Gleitgels und Gleitcremès darlegen, welches Gleitmittel das beste ist. Dabei unterscheiden wir je nach Anwendungsfall und zeigen auf, wofür bestimmte Gleitmittel geeignet sind und in wann nicht.

Inhalte

  1. Unterschiede bei den Gleitmitteln
  2. Mit Kondom oder ohne
  3. Sterile Gleitmittel
  4. Vaseline
  5. Backfett, Butter
  6. Bodylotions
  7. Mineralische Öle (Babyöl)
  8. Speiseöle
  9. Silikon
  10. Gleitmittel und Sexspielzeug – Was Sie wissen müssen

Unterschiede Gleitmittel, Gleitcremé und Gleitgel


Gleitmittel auf Ölbasis

Diese Art von Gleitmittel ist sehr gut geeignet zur Selbstbefriedigung. Beim Liebesspiel zu zweit gibt es dagegen wichtiges zu beachten. Gleitmittel auf Ölbasis bilden einen Film auf der Haut und ziehen nur langsam ein. Deshalb muss man diese nur selten erneut auftragen. Dazu kommt ein sehr intensives und intimes Gefühl bei der Benutzung. Man fühlt sich seinem Partner sehr nahe ohne das ein überreizendes Gefühl entsteht, wie es teilweise bei Wasserbasierten Gleitgels möglich ist.

Vorteile von ölhaltigen und fettbasierte Gleitmittel
  • Geeignet für Kondome aus Polyethylen oder Polyurethan
  • Geeignet für Sexspielzeug aus Glas, Metall, PVC, Keramik sowie Acryl
  • Geeignet für die Nutzung in Badewanne und Dusche
  • Ziehen nur langsam ein
  • Meistens frei von Konservierungsstoffen
  • Kein glitschiger Film
  • Gut mit Seife abwaschbar
Nachteile von fettbasierten bzw- ölhaltigen Gleitmittel
  • Nicht geeignet für normale Kondome (Latexkondome)
  • Nicht geeignet für Sexspielzeug aus Silikon oder TPE (In der Praxis vernachlässigbar)
  • Hinterlassen Flecken auf Kleidung bzw. Textilien

Gleitmittel auf Silikonbasis

Silikonbasierte Gleitgele sind sehr gut geeignet für die Selbstbefriedigung. Auch bei Analverkehr oder dem Fisting sind diese Öle sehr beliebt. Die Gleitmittel auf silikonbasis bilden ebenfalls einen Film auf der Haut und ziehen kaum ein. Dadurch reichen geringe Mengen für langanhaltenden Spaß. Allerdings sind silikonbasierte Gleitgmittel nicht für die Verwendung mit vielen Sexspielzeugen geeignet. Auch bei Kondomgebrauch gelten Einschränkungen. Bitte die jeweiligen Herstellerangaben zur Kondomverträglichkeit beachten.

Vorteile von silikonbasierten Gleitmittel
  • i.d.R. geeignet für normale Kondome aus Naturkautschuk/Latex (Herstellerangaben beachten)
  • Geeignet für Sexspielzeug aus Glas, Metall, PVC, Keramik sowie Acryl
  • Geeignet für die Nutzung in Badewanne und Dusche
  • Hält sehr lange an
  • Kein einziehen in die Haut
  • Klebt nicht, kein Geglibber
  • Fettfrei, i.d.R. 100% synthetisch und Keimfrei
  • Meistens Duft- und geschmacksneutral
Nachteile silikonbasierter Gleitmittel
  • Nicht geeignet für Sexspielzeug aus Silikon oder TPE (Silikone greifen die Oberflächen an)

Gleitmittel auf Wasserbasis

Wasserbasiertes Gleitgel wird von den meisten Menschen bevorzugt, da es sowohl in Verbindung mit Kondomen als auch mit Sextoys die wenigsten Komplikationen macht. Gleitmittel auf Wasserbasis haben aber auch entscheidende Nachteile. Bis auf wenige Ausnahmen hinterlassen wasserbasierte Gleitgels einen klebrigen bis glibberigen Film auf der Haut, der sich nur mühsam und mit viel Wasser und Seife abwaschen lässt. Außerdem hält wasserbasiertes Gleitmittel nicht lange und zieht schnell ein bzw. verliert seine Feuchtigkeit. Es muss daher oft mehrfach aufgetragen werden.

Vorteile von silikonbasierten Gleitmittel
  • Geeignet für alle Kondomarten (Latex, Polyethylen oder Polyurethan)
  • Geeignet für alle Sexspielzeuge
  • Fettfrei
Nicht geeignet sind silikonbasierte Gleitmittel für
  • Nicht geeignet für die Nutzung in Badewanne oder Dusche
  • Hält nicht lange an, trocknet schnell aus
  • Glibberiges Gefühl
  • Lässt sich nur schwer abwaschen
  • Teilweise schlechter Geschmack
  • Oft künstlicher Geruch

Gleitmittel bei Verwendung mit einem Kondom

Die allermeisten Kondome bestehen aus Naturkautschuk bzw. Latex. Nahezu alle Kondome ohne den Aufdruck Latexfrei bestehen aus diesem Material. Alle anderen bestehen in der Regel aus Polyurethan bzw. Polyisopren, beides Kunststoffe. Diese Materialien sind allesamt geeignet vor sexuell übertragbaren Krankheiten zu schützen und Schwangerschaften zu verhindern. Allerdings weisen alle von Ihnen unterschiedliche Beständigkeiten gegen Öle, Fette, Silikone und Säuren auf.

Latexkondome – Naturkautschuk-Kondome
Kondome aus Latex bze. Naturkautschuk nicht mit Öl- oder Fetten benutzen. Geeignet sind sie für für wasser- und silikonbasierte Gleitmittel.

Kunstharz AT-10 Kondome
Diese extrem dünnen an Plastikfolie erinnernden Kondome sind in der Regel mit allen Gleitmitteln kompatibel.

Polyurethankondome – Kondome aus Polyurethan
Man kann Kondome aus PU in der Regel mit allen Gleitmitteln verwenden. Sowohl Öl- als auch fetthaltige Gleitcremes können diesem Material nichts anhaben, ebensowenig Silikon oder Wasserbasierte Gleitmittel.

Polyethylenkondome – Kondome aus Polyethylen
In der Praxis relativ selten anzutreffen doch vorteilhaft ebenso wie PU Kondome sind auch Polyethylen-basierte Verhüterli in der Regel mit allen Gleitmitteln kompatibel.

Polyisoprenkondome – Kondome aus Polyisopren
Die Anwendung mit Öl- oder fetthaltigen Gleitmitteln ist noch nicht ausreichend erforscht ansonsten aber kompatibel mit silikon- und wasserbasierten Gleitmitteln.


Sterile Gleitmittel / Steriles Gleitgel

Steriles Gleitmittel

In bestimmten Nutzungsszenarien sind sterile Gleitmittel Pflicht. Das gilt zum einen bei empfindlichen Personen oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Hier darf man Bakterien oder Pilzen keinen Nährboden liefern weshalb bestimmte pflanzliche oder organische Gleitmittel ausscheiden. Zum anderen gilt es bei speziellen Spielarten auch für gesunde und an sich vitale Menschen.

Hier finden Sie eine Übersicht uns bekannter steriler Gleitmittel


Unterschiedliche Gleitmittel auf Öl- bzw. Fettbasis

Vaseline als Gleitcreme

Vaseline ist sehr zäh wird aber bei Körpertemperatur zunehmend gleitfreudiger. Die Viskosität ist wesentlich niedriger als bei anderen Gleitmitteln. Dadurch hält Vaseline lange an den betreffenden Körperteilen und spendet lange Gleitfreude. Hochwertige Vaseline ist dermatologisch unbedenklich für die Haut. Vaseline verstopft nicht die Poren. Es spendet der Haut Feutchtigkeit und schützt diese z.T. auch vor dem Eindringen fremder Partikel und Substanzen. Es handelt sich dabei um ein künstliches Produkt das aus festen und flüssigen Kohlenwasserstoffen hergestellt wird. Sogenannte iso-Paraffine und Olefine bilden den Hauptbestandteil. Nicht verträglich mit Latex-Kondomen!https://sexspielzeug-im-test.de/wp-content/uploads/2021/01/steriles-gleitgel-medizinische-anwendung-medizinische-qualitaet-pharma.jpeg

Eigene Erfahrungen mit Vaseline als Gleitmittel
Er: Vaseline ist mein absolutes Lieblingsgleitmittel. Durch die Zähflüssigkeit fühlt es sich unheimlich intensiv an ohne zu überreizen. Dazu verflüchtigt sich Vaseline kaum, einmal aufgetragen reicht es aus um eine halbe Stunde oder Stunde an mir oder meiner Partnerin herumzuspielen. Ich finde Vaseline ist einfach das beste Gleitmittel. Auch bei der Selbstbefriedigung mit der Hand ist Vaseline mein Favorit. Beim Miteinander schlafen fühlt sich Vaseline als Gleitmittel einfach wunderbar an. Allerdings ist Vaseline nur bedingt beeignet bei bestehendem Verhütungswunsch und auch nicht kompatibel mit vielen Sextoys
Sie: Ich mag Vaseline ausschließlich beim miteinander Schlafen wirklich gut leiden. Da fühlt sich Vaseline einfach fantastisch an. Als Gleitmittel beim streicheln gefällt mir Vaseline auf mir selbst nicht so gut wie Öl. Hier habe ich am liebsten Babyöl oder Olivenöl auf mir.

Backfett, Butter, Margarine als Gleitmittel

Fette sind als Gleitmittel schon lange im Einsatz. Besonders gut geeignet sind Sie aber nicht. Das liegt an der organischen Herkunft und da sie als potentieller Nährboden von Mikroorganismen und Keimen dienen können. Für penetrativen Sex daher denkbar ungeeignet, da man diese Gleitmittel nicht rückstandslos wieder heraus bekommt. Außerdem greifen Fette Latex-Kondome an und beschädigen deren Oberflächenstruktur.

Eigene Erfahrungen mit Fett als Gleitmittel
Er: Ich habe schon manchmal Butter oder Margarine benutzt bei der Selbstbefriedigung. Da beide bei Körpertemperatur sehr dünnflüssig werden, läuft die Sauce manchmal herab. Vom Gefühl her absolut in Ordnung und da man bei äußerlicher Anwendung direkt danach gründlich waschen kann auch hygienisch unbedenklich meiner Meinung nach.
Sie: Ich habe das nie ausprobiert und möchte auch keine tierischen Fette und ähnliches in meiner Vagina. Das Risiko dabei eine Infektion auszulösen ist mir einfach zu groß.

Bodylotion als Gleitmittel

Manche Paare schwören darauf Bodylotions als Gleitcreme zu verwenden. Wir halten davon gar nichts. Aufgrund der vielen Zusatzstoffe in Bodylotions sind diese beim Einsatz auf Schleimhäuten ein No-Go. Es können allergische bzw. Unverträglichkeitsreaktionen auftreten und sich Hautprobleme ergeben. Desweiteren greifen die meisten Bodylotions Kondome an.

Eigene Erfahrungen mit Bodylotion
Sie: Ich nutze Bodylotion ausschließlich zum Auftragen auf die normale Haut und auch das nur selten. Im Intimbereich hat Bodylotion für mich nichts zu suchen und als Gleitmittel beim Sex würde ich niemals welche verwenden wollen.
Er: Ich hatte als Jugendlicher ab und zu Bodylotion beim Masturbieren eingesetzt aber bin schnell auf andere Produkte ausgewichen. Heute weiß ich, dass Bodylotions sowohl schädlich für Kondome als auch für die Schleimhäute sein können. Lieber nicht!

Mineralische Öle (Babyöl) als Gleitmittel

Wir haben schon viel Erfahrung mit Mineralölen als Gleitmittel gemacht. Dazu zählen alle Paraffinhaltigen und Parafinbasierten Öle wie z.B. auch Babyöl und viele Massageöle. Während diese Öle nur schwer einziehen, bieten Sie lange Gleitfreude und hervorragende Schmiereigenschaften. Der einzige Nachteil: Man sollte Sie nicht in Kombination mit herkömmlichen Kondomen benutzen.

Eigene Erfahrungen mit Babyöl bzw. Mineralölen
Sie: Babyöl benutze ich sehr häufig, sei es um den Körper damit einzureiben oder einfach als Zugabge in die Badewanne. Ich liebe den Duft und das Gefühl auf der Haut. Auch beim Sex mag ich Babyöl sehr, beim Vorspiel ist es mein Favorit und auch wenn er mit seinem öligen Schwanz in mich eindringt mag ich das Gefühl sehr. Davon abgesehen reibe ich mich manchmal auch beim selber machen mit Öl ein.
Er: Babyöl ist Klasse. Es ist fast immer vorhanden und ansonsten überall erhältlich. Es ist günstig, Hautfreundlich und schmiert klasse. Außerdem sehen die Genitalien schön aus so eingeölt!

Speiseöl als Gleitmittel

Speiseöle werden in der Regel aus Pflanzenfasern gepresst. Es handelt sich also um organische Öle. Man sollte Sie nicht intern anwenden um keinen Nährboden für Bakterien und Keime zu schaffen. Äußerlich angewandt erfüllen diese aber durchaus Ihren Zweck, sofern man Sie anschließend mit Wasser und Seife wieder abwäscht, bekommt man i.d.R. keine Probleme mit der Haut.

Eigene Erfahrungen mit Speiseöl
Er: Früher habe ich Speiseöl manchmal beim Masturbieren benutzt. Es fühlt sich ähnlich gut an wie Babyöl, riecht aber je nach Ölsorte ganz anders. Olivenöl habe ich als besonders angenehm empfunden.
Sie: Ich habe glaube ich nur einmal ein Öl aus der Küche benutzt. Ich glaube es war Rapsöl, bin mir aber nicht mehr sicher. Es war kein anderes Gleitmittel im Haus und den Zweck hat es erfüllt.

Erfahrungen mit ölbasierten Gleitmitteln

Ich bzw. wir haben schon oft Öle als Gleitmittel bzw. Gleitöl benutzt. Auch wenn wir mit einem Kondom zusammen schlafen, also verhütet haben, kam desöfteren Babyöl mit einem Kondom in Berührung. Passiert ist nie etwas.

Allerdings haben wir auch nie Öl als Gleitmittel auf das Kondom bzw. innerhalb der Vagina aufgetragen. Das Öl kam dabei lediglich beim Vorspiel zum Einsatz. Allerdings bleibt es dabei natürlich auch an Händen etc. zurück. Weshalb ein Kondom dann spätestens beim Überziehen kontaminiert wird. Dass ein Kondom dadurch porös geworden ist konnten wir nie feststellen. Ich schätze das hierbei eine längere Einwirkdauer in Kombination mit mechanischer Beansprachung notwendig ist, um die Schutzwirkung eines Kondoms vollständig aufzuheben.

Abgeraten wird allerdings ausdrücklich davon, da Untersuchungen ergeben haben dass die Dehnfähigkeit von Latexkondomen bei Exposition mit Ölen und Fetten stark abnimmt, bzw. es z.T. auch durchlässig wird für Viren oder Spermien.

In Kombination mit Sexspielzeugen kam ebenfalls oft Öl (Babyöl) zum Einsatz. Silikonbasierte Sextoys haben dadurch bei uns niemals Schaden genommen. Auch Spielzeug auf TPE Basis hat im Regelfall keine sichtbaren Schäden durch die Verwendung von Ölen genommen, sofern diese immer direkt nach Gebrauch abgewaschen wurden. Nur bei einem Sexspielzeug hat sich die Oberfläche verändert und ist dadurch eingerissen.

Es hat aber sicher einen Grund warum die Hersteller von Sexspielzeug die Nutzung von Ölen und Fetten in der Regel nicht empfehlen, sondern stattdessen auf wasserbasierte Gleitmittel verweisen. Ich denke spätestens bei Langzeitgebrauch bzw. wenn man die Fette oder Öle nach der Benutzung auf dem Material belässt, wird sich die Struktur dieses zum Nachteil verändern.


Gleitmittel und Sextoys – Was Sie wissen sollten

 

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